Niila

Wir stehen auf. Wir essen. Wir trinken. Wir arbeiten. Wir essen. Wir trinken. Wir schlafen.
Dazwischen suchen wir uns Inseln. Wir hangeln uns von Montag zu Freitag, um Freitag durchzuatmen, einen drauf zu machen und am Sonntag bereits den nächsten Freitag zu ersehnen.
Eigentlich ist uns die Welt offen. Unsere Möglichkeiten sind unendlich.
Und eigentlich geht es uns doch gut! Wir haben doch alles!
Wir haben ein Dach überm Kopf, einen Job, eine Beziehung, eine Familie, ein Auto und einen Jahresurlaub.
Doch… wir sehnen uns. Wonach?
Es ist nicht greifbar, erklärbar. Es liegt an den Grenzen des Ausdrückbaren. Es schwirrt um uns umher. Es begleitet uns wie ein unsichtbares Etwas, was man nur fühlt, aber weiß, dass es existiert.
Gegen die »Realität«. Gegen den Alltag. Gegen Gegenständliches.
Es sind Gespenster, an die wir glauben.
Wir glauben an die Schönheit des Unfassbaren, Unerklärlichen, Immateriellen; an den Traum, die Fantasie, das Übermenschliche.
Wir glauben an die Sehnsucht, die wir doch alle in uns spüren.
Wir müssen sie zulassen, denn sie ist das »Mehr« in unserem Leben.
Die Sehnsucht des Sehnens wegen.

„Gespenster“ erzählt von diesem Glauben, begleitet von Ängsten und Hoffnungen, Frust und Euphorie. Mal zum Zerbechen empfindlich und lieblich, mal hart und aufbegehrend.In einer Zeit der Überflutung in alle Richtungen und endlosen Möglichkeiten in Aufnahme- und Produktionstechnik verzichten Niila bewusst und radikal auf ein künstliches Aufblasen ihrer Lieder. So roh wie es nur geht, ohne Overdubs, ohne zusätzliche Effekte. Was bleibt ist Raum für Emotion und Dynamik, Raum für Zwischentöne. So entsteht eine eigene musikalische Mischung aus Indierock, Grunge, einem Hauch Singer/Songwriter und Bluesrock. Erdig, roh, brachial, verwirrend. Aber immer sehnsuchtsvoll, den Gespenstern Raum gebend. Finden musst du sie selbst.
Sind es Traum und Fantasie, die Niila in ihrem Debutalbum „abheutsindwirnichtmehralleine“ (2012 / Timezone/brillJant sounds) festhielten, gehen sie nun in ihren aktuellen Songs neue Wege. Sie widmen sich im neuen Liederzyklus der dunklen Seite des Erwachsenwerdens, in denen der Fokus auf Geschichten vom Scheitern, Zweifeln, Sehnsüchten liegt. Das Album entstand im März 2014 unter Eigenregie in Zusammenarbeit mit Produzent Claus Grabke in seinen Studios und wurde live eingespielt.Niila sind Daniel Hirschligau (voc/git), Kati Hollstein (b/voc) und Michael Schellhammer (dr). Seit 2006 sind sie auf vielen Bühnen Deutschlands unterwegs und spielten auf ihren Touren u.a. in Berlin (Magnet), Hamburg (Kaiserkeller; Knust), Hannover (Béi Chéz Héinz), Kiel (Pumpe) und auf Festivals wie z.B. dem Rocken am Brocken. Sie gewannen den Uncle Sallys Demo Contest 2008, waren Sound Foundation Band und spielten Support für z.B. Sportfreunde Stiller, Bilderbuch und Adolar.