The Dead Lovers

TheDeadLovers_Presse1-®Reinhard_Scheuregger.1tumblr_n8ssv6G8RF1r1dm1ao1_1280.1

 

Spy Satellite / Rough Trade

EP: Special K (VÖ: 28.02.2014)

Album: Supernormal Superstar (VÖ: 08.08.2014)

button homepage button youtube button facebook

 

 

The Dead Lovers öffnen den Keuschheitsgürtel und liefern vier Songs aus dem Fundus verbeulter Herzen. Lula, die Frau, die direkt aus dem Samtvorhang singt und dabei immer wieder wirkt, als hätte Audrey Hepburn die Küchenreibe verschluckt. Wayne Jackson, Frontmann der Band. Er behandelt seine Gitarre wie eine treulose Geliebte von der er trotzdem nicht lassen kann; zartbitter eben. Die beiden tun so, als hätten sie ungefähr alles erlebt, was in den letzten Jahrzehnten so durch die Gehörgänge gegangen ist. Aber ein flüchtiger Blick auf ihre Lyrics lässt vermuten, dass das wohl genauso ist. Entsprechend sind dann auch die Songs wie ein Besuchervisum im Niemandsland der falsch Verliebten.

The Dead Lovers sind ein lebendes Beispiel für den Glanz deutsch-englischer Beziehungen. Eine Hälfte der Band kommt aus Bayern und die andere aus Manchester. Zur Zeit leben sie in Berlin, der allgemein anerkannten Hauptstadt abgerockter Coolness.

Die The Dead Lovers führen die Tradition legendärer musikalischer Erzähler wie Lee Hazlewood fort; und das nicht nur, weil sie tatsächlich ein Lied mit dem großen Künstler produziert haben, oder weil Lula seine letzte Duettpartner, kurz vor dessen viel zu frühem Tod war, sondern weil sie Gewicht, Erfahrung und eine gewisse Großkotzigkeit mitbringen.

Ihr Sound ist retro und sexy. Er bedient sich musikalischer Elemente der 50er und 60er Jahre, bleibt dabei aber zeitgemäß und frisch. Mal angenommen, The Cramps, Lee Hazlewood, The B52s und The Black Keys wären zu einem Song-Writing Urlaub in einem kleinen Zelt verdonnert worden: so könnte das Ergebnis klingen!

Wayne Jackson’s erste Band “The Dostoyevskys” erreichte Mitte der 90er einen kleinen Kultstatus, nachdem sie das Publikum quer durch Europa mit ihren charismatischen Live-Shows als Support von Oasis auf zwei ihrer Tourneen begeistert hatte. Schließlich löste Wayne die Band auf und brachte zwei Solo-Alben heraus, deren Single-Auskopplung “Hallelujah” neben einer Chart-Platzierung auch Titel-Song eines Kinofilms mit Mads Mikkelsen in der Hauptrolle wurde. Gemeinsam mit Trance-DJ Paul Van Dyk schrieb Wayne das Lied “The Other Side”, zu dem er auch die Vocals beisteuerte und das er mit Paul auf dessen Tourneen weltweit aufführte. Zwischendrin fand er noch Zeit, beide Soloalben für Bela B. co zu produzieren und Gitarre in dessen Live-Band zu spielen.

Lula hat für eine Reihe bedeutender Künstler, darunter Bela B und Lee Hazlewood, Songs geschrieben, und zunächst als Geheimtipp ihr Publikum nach und nach als Sängerin bezaubert. Auch als Duettpartnerin von Bela hat sie sich einen Namen gemacht.